szmmctag
Suche blog.de

  • Sticky ES GEHT LOS

    Ich freue mich, dass ich nun langsam die Zusagen von den Teilnehmern des Rügenfantreffens zusammenhab und aktualisiere das hier:

    Martina (Leipzig)
    Leo
    Maria
    Bianca
    Lenzimaus
    Imke
    Lisa
    Anne
    Astrid
    +Begleitung
    + Begleitung :)
    Ulrike
    Michael
    Christian
    + Begleitung

    Karen?
    Rika?
    +Begleitung?
    Petra?
    +Begleitung?

    Einige neue Fans sind dabei, und ich freue mich auf alle.
    Zum Kaffeetrinken sind wir alle vollzählig, der Kremser ist auch "voll", falls aus den Fragezeichen jetzt noch Bestätigungen werden, teilt mir das bitte schnellstmöglich mit, damit ich in der Gaststätte Bescheid geben kann.

    Danke,
    Liebgruß
    Lisa

  • Eis-Alptraum auf der Rügenbrücke

    Es ist ein kalter Wintertag. Es herrscht ein regelrechter Schneesturm. Ich bin unterwegs, die Reise ist beschwerlich. Ich muss noch über die Rügenbrücke, dann hätte ich mein Ziel fast erreicht.

    Die Brücke ist für Autos schon gesperrt, nur noch Fußgänger werden rüber gelassen. Mit meinem Fahrrad laufe ich los, es ist stürmisch, es ist glatt.
    Ein seltsamer Traum mitten im Sommer:
    Die komplette Brücke hat sich im Schneesturm verformt, der Weg gleicht einer Berg- und Talbahn. Nicht nur das: alles ist vereist, ein fetter Eispanzer, dazu an vielen Stellen gefrorenes Wasser.

    Ich hangele mich am Geländer entlang, in der einen Hand immer mein Rad festhaltend.
    Hinzu kommt: Es wird dunkel, und es gibt kein Licht. Schlagartig ist es Nacht. Ich sehe kaum noch was, mir ist kalt. Rügen scheint in immer weitere Ferne zu rücken.

    An einer schrägen Stelle Rutsche ich aus, ich verliere mein Fahrrad, ich rutsche auf die gefrorene Wasserfläche.
    Ist alles aus?
    Die Antwort bleibt offen, ich wache auf.

  • Mit dem Smart zum Strand

    Ein bisschen enttäuscht war ich ja schon: Der Binzer Kurplatz war in der vergangenen Woche komplett blockiert. Der Platz vor dem Kurhaus war gesperrt. Und das, weil am Strand eine Großberanstaltung stattfand. Die "Smart Beach Tour" gastierte in Binz. Die erfolgreichsten Beachvolleyballer kamen nach Rügen, um gegeneinander anzutreten.
    Am Freitag ging's los, die Aufbauarbeiten haben aber schon Tage zuvor begonnen - und sind von den Urlaubern kritisch beäugt worden.

    Der Werbepartner war auch schnell ausgemacht: der Smart. Das Auto stand schon früh am Strand, bevor überhaupt alles aufgebaut war. Das Auto ist der Hauptsponsor, der überall präsent ist - aber auch dafür sorgt, dass die ganze Sause keinen Eintritt kostet. Hat eben alles seinen Vorteil.
    Dennoch wollte ein Mann auf der Seebrücke von mir wissen, was es denn mit diesem Smart - und überhaupt mit diesem Event - auf sich hat. "Wie kommt denn das Auto da an den Strand?", fragte er. Konnte ich ihm natürlich auch nicht beantworten, aber vermutlich ist er dort hingeschleppt worden.

    Am Freitag konnte es dann endlich losgehen. Die Männer spielten im Centre Court - mit drei großen Zuschauertribünen. Die Frauen spieltzen dahinter, ganz ohne Tribüne. Zu viel Gleichberechtigung scheint es im Beachvolleyball nicht zu geben.
    Spannend war's trotzdem - und die Kulisse mit der Ostsee direkt hinter dem Spielfeld ist natürlich ein Traum gewesen.
    Während die Männer also die Bälle schmetterten, klatschten die Leute und hatten Spaß.
    So waren die Behinderungen in Binz zwar ärgerlich - das Event selbst hat aber Spaß gemacht. Und war somit eben doch ein Gewinn für Binz.

  • Baabe Late Night

    Harald Schmidt und seine Late-Night-Show sind Geschichte. Stefan Raab hört Ende des Jahres auf. Jan Böhmermann und Pierre M. Krause sind in der Sommerpause.
    Micha Kreft aber legt erst im Sommer so richtig los - mit einer Late-Night-Show in Baabe auf Rügen.

    Alle zwei Wochen findet im Kabarett "Lachmöwen" in Baabe die "Spät Night Show" statt. Den Titel finde ich nicht so gelungen, aber was man da zu sehen bekommt, ist durchaus sehenswert.
    Wenn die eigentlichen Kabarettvorstellungen gelaufen sind, geht es in der "Lachmöwe" noch weiter. Um 23 Uhr beginnt die "Baabe Late Night" (die ich jetzt einfach mal so nenne) mit Micha Kreft. Er nennt sich Kabarettpianist und ist, wie er erzählt hat, Lehrer. In Baabe veranstaltet er von Juni bis September seine Show.

    Und die ist sogar tagesaktuell, wie man es von einer Late Night erwartet. Er erzählte unter anderem über die Entwicklungen in der Griechenland-Krise, die an diesem Tag tatsächlich sehr aktuell waren. Es waren Gags und Anmerkungen, die defintiv am selben Tag entstanden waren, länger vorbereitet kann das nicht gewesen sein.
    Später folgen noch Programmteile, die sicherlich in jeder Show vorkommen. Über die Musikalität von Jugendlichen, darüber wie Männer und Frauen auf Musik reagieren - und so weiter.
    Kreft sitzt am Klavier und nutzt es auch. Auf der anderen Seite der Bühne standen ein Tisch und zwei Stühle. Vermutlich hat er manchmal auch einen Gast - in unserer Show leider nicht.

    Allerdings: Inklusive mir waren nur 5 (!) Zuschauer da. Das war sehr schade, denn diese Show hat ein volles Haus verdient. Jedoch müsste die Reklame dafür auch besser sein, denn um 23 Uhr erwartet in Baabe vermutlich kaum jemand ein solches Highlight. "Baabe Late Night" braucht eine bessere Vermarktung. Auffälligere Reklame im Ort und verlässlichere Termine. Unsere Show stand an einem Dienstag statt, obwohl sie für "mittwochs" angekündigt ist.
    Denn vor fünf Leuten einen solchen Aufwand zu betreiben, ist sicherlich auf die Dauer unbefriedigend. Also, liebe Rüganer und liebe Urlauber: Besucht die "Spät Night Show" in der "Lachmöwe!"

  • Am Thiessower Strand: Licht und Schatten

    Welches Wetter ist eigentlich ideal, wenn man an der Küste Urlaub macht? Muss es sommerlich heiß sein? Müssen 35 Grad herrschen?
    Nein, auf keinen Fall.
    Auf der Wetterkarte wirkte es eigentlich ein bisschen traurig: In weiten Teilen Deutschlands waren Temperaturen um die 30 Grad angesagt. Und für Rügen: 21 Grad.
    Nun könnte man sagen: So ein Mist, warum ist's hier so kühl?! Aber nein: 21 Grad reichen völlig aus.
    Denn in der Sonne am Strand lässt es sich auch so - und gerade so - wunderbar liegen. 35 Grad sind dagegen unerträglich, der Strandsand dann kaum begehbar.

    Am Strand nahe Thiessow. Die Temperaturen waren eigentlich okay, aber es war leicht windig und wolkig. So war es in der Sonne richtig schön, im Schatten aber: na ja, nicht so schön. Und das immer im Wechsel.
    Die Leute am Strand braten in der Sonne, als sich die nächste Wolke davor schiebt. Auffällig unauffällig schauen alle nach und nach gen Himmel: Wie lange wird es dauern, bis die Sonne zurückkehrt?
    Über dem Bodden scheint das Wetter richtig mies zu sein, bis zu uns nach Thiessow schafft es der Regen aber zum Glück nicht. Die ganz schweren Wolken ziehen vorbei.

    T-Shirt an. Handtuch drüber. Es wird kühl am Strand, so ganz ohne Sonne. Die vorhin noch Unbekleideten ziehen sich immer mehr Klamotten an. Der Mann auf dem handtuch neben mir gibt auf: Er zieht sich ganz an und haut ab.
    Fünf Minuten später: Sonnen-Comeback! Deutliches Aufatmen am Strand! Die zwei Frauen nebenan jubeln, die Klamotten kommen wieder weg.

    Der etwa 14-Jährige ein paar Meter weiter, quält sich unterdessen mit seiner Unterhose und dem Handtuch, das er sich umgewickelt hat. Er schämt sich, er will nicht, dass man ihm was wegguckt. Was lustig ist, denn er befindet sich am FKK-Strand, was ihm (und seine Familie) seltsamerweise noch nicht aufgefallen ist.
    Minutenlang zieht sich der Vorgang hin, und er zieht mehr Aufmerksamkeit an sich, als wenn er sich einfach so umgezogen hätte.

    Unterdessen kommt der Eiswagen angerauscht. In Thiessow sind die ganz modern. Während zum Beispiel in Binz ein Typ das Ding mit seinen Muskeln schieben und sich damit abquälen muss, haben die Eisleute in Thiessow einen kleinen Trecker. Total modern. Gerade will aber keiner sein Langnese-Eis haben. Und kaum ist er abgerauscht, kommt auch schon sein Kollege mit dem Schöller-Kram. Aber auch er hat kein Verkaufsglück, also düst er weiter.
    Und die Sonne brennt, und die Leute lassen sich braten.

  • Auf der Suche nach dem Notfall

    Eine ruhige Nacht in der Selliner Wilhelmstraße. Von meinem Hotelzimmer aus habe ich einen ganz guten Blick auf die Haupt-Bummelstraße des Ostseebades.
    Ein Blaulicht düst vorbei. Neugierig, wie ich bin, blicke ich aus dem Fenster.
    Ein Krankenwagen. Er stoppt am Nachbarhaus. Aber niemand steigt aus.
    Das Auto fährt weiter bis zu den Pollern vor der Abfahrt zur Seebrücke. Und wieder ein Stopp.
    Der Krankenwagen dreht und fährt wieder die Wilhelmstraße hoch. Einmal noch stoppt der Wagen und fährt dann langsam falschherum die Einbahnstraße entlang.

    Scheinbar scheint es einen Notruf gegeben zu haben, aber niemand weiß, wo genau der Verunfallte ist. Ein Bekannter, der in Sellin lebt, meint, dass es wohl immer mal wieder dort passiert.

    Gute fünf Minuten vergehen, der Krankenwagen nähert sich erneut, diesmal ohne Blaulicht. Langsam bewegt sich das Auto wieder auf die Seebrücke zu, diesmal fährt er an den Pollern vorbei und stoppt direkt am Ende der Wilhelmstraße, vor der Seebrückentreppe.
    Nun steigen zwei Männer aus. Langsam laufen sie irgendwo hin, raus aus meinem Blickfeld.
    Viele Minuten steht der Krankenwagen dort, ob sie finden, was sie suchen, ist nicht zu sehen. Sehr viel später erst, fährt der Krankenwagen aber erneut durch die Wilhelmstraße, weg von der Ostsee. Hoffentlich ist alles gut gegangen - falls es denn wirklich einen Notfall gab...

  • Ach du Scheiße, ein Gast!

    Als ich in Stahlbrode auf die Rügen-Fähre fahre, stutze ich: 6,40 Euro. Habe ich schon immer 6,40 Euro für die Überfahrt bezahlt? Ware das nicht mal einen Euro billiger?
    Ein bisschen ärgere ich mich, aber am liebgewonnenen Ritual, mit der Fähre nach Rügen zu fahren, möchte ich weiter festhalten.
    Ich mag es, mich von Stahlbrode nach Glewitz auf Rügen übersetzen zu lassen. Sich den Wind um die Nase wehen zu lassen. Die gut zehn Minuten zu warten, bis man denn wirklich die Insel erreicht hat.
    Das ist Inselfeeling, und wenn ich über eine Brücke fahre will sich das nicht so richtig einstellen.
    Erst auf der Rücktour erfahre ich - die Frau an der Kasse scheint sich fünf Tage später an mich zu erinnern -, dass es ein Hin-und-Rücktour-Ticket für 11 Euro gibt, man spart damit 1,80 Euro. Immerhin. Nächstes Mal dann.

    Das ist doch mal eine Begrüßung. Als ich kurz nach 10 Uhr in meinem Hotel in Sellin frühstücken will, ist der Frühstücksraum verschlossen. Obwohl es eigentlich bis 11 Uhr zu essen geben sollte.
    Plötzlich taucht eine junge Frau auf, ich frage, ob es kein Frühstück gibt. Und sie: Sie könnte jetzt "Guten Morgen" sagen. Stattdessen sagt sie: "Ach, du Scheiße."
    Sie hat mich vergessen und den Raum schon abgeschlossen. Alle anderen hätten heute schon gegessen, sagt sie. Ungewöhnlich sei das gewesen, dass alles schon so früh da waren, sagt sie noch. Ich sage, ich könnte ja auch woanders frühstücken, aber das lehnt sie ab.
    Für mich hat das was Gutes: Wo normalerweise ein Büfett steht, bekomme ich den Rundum-Service an den Tisch gebracht. Brötchen? Marmalade? Nutella? Aufschnitt? Kaffee? Klar, gerne doch, bringe ich Ihnen.
    Es ist mir ein wenig peinlich - andererseits ist die ganze Sache natürlich auch ihr peinlich. So komme ich also doch noch zu meinem Frühstück - mit Ostsee-Zeitung und Sonderservice.

  • GUTE-NACHT-GESCHICHTCHEN

    Das Seegras

    Neptun hatte sich verliebt...in eine wunderschöne Nixe, mit langem, seidigem, rotblondem Haar.
    Da er aber ein großer, grobschlächtiger Klotz war, sagte das Nixlein:
    "Nein, ich könnte mir nicht vorstellen, mit solch einem runksigen Mann, mit so einem lauten Umgangston und so vielen Haaren ÜBERALL auch nur eine Stunde zusammen zu sein!"
    Darüber war Neptun ganz traurig und auch ein wenig zornig. Er fragte seine Freunde, den Seestern, den Seeigel, die Fischlein und sogar die Quallen, was er denn tun könne.
    "Na, sieh uns doch an!", sagte eine der Quallen, "Kein Härchen an uns!".
    "Ja", fiel der Seestern ein, "geh zum Barbier, und lass dir deine Haare schneiden!"
    Oh, wie Neptun lachte; glaubte er doch, eine Lösung gefunden zu haben.
    Er ging zu Herrn Krebs, dem Coiffeur unter den Seebarbieren und bat ihn:
    "Höre Alter, ich muss schön werden, wie nie! Gib dir Mühe, sonst ergeht es dir schlecht!"
    Der Krebs ging vor Schreck ein paar Schritte rückwärts, klapperte mit den Scheren und sagte ganz zaghaft:"Ist schon recht, ist schon recht."
    Er wusste gar nicht, wo er anfangen sollte, und ehrlich gesagt, hatte er eine Riesenangst, es dem Herrscher der Meere nicht Recht zu machen.
    Aber der Krebs war nicht dumm, und so bat er Neptun um folgendes:
    "Höre Herr, ich werde dir völlig umsonst deinen Bart stutzen, dein Haupthaar kürzen und deine Brustbehaarung entfernen. Ich werde die Haare ins Meer werfen, und da du der Herrscher der Meere bist, kannst du sie dir jederzeit wieder holen....falls du nicht zufrieden sein solltest, was ich nicht hoffe."
    Untertänig machte er sich an die Arbeit und schnitt und rasierte und schabte und kämmte.
    Stunden später, als Neptun in den Spiegel blickte, erkannte er sich fast nicht wieder. Er rollte mit den Augen und stand auf.
    Wortlos, ohne ein Dankeschön, ging er, das Nixlein zu suchen.
    Er fand es sehr bald, auf einem Stein sitzend, das liebe Gesicht der Sonne zugewandt.
    Neptun warf sich in Positur, tauchte gewaltig aus dem Wasser auf und rief der Nixe zu: "Hey, du! Sieh her! Was sagst du nun? Nun komm, und sei mein!"
    Das Nixlein sah zu ihm auf, sah ihn freundlich an und sagte leise:
    "Ach Neptun, wenn es doch nur die Haare wären!"
    Sie glitt ins Wasser und verschwand ohne ein weiteres Wort...
    Neptun wurde darauf sehr zornig, weil nichts so geschah, wie er es wollte und er es nicht verstand.
    Das Meer schäumte und brodelte und nahm eine dunkelgrüne Farbe an. Er entfachte einen Sturm, der die Wellen bis an die Küste der Insel Rügen spülte.
    Jedes Mal, wenn er sich an seine Abweisung erinnert, tut er das... ...und deshalb finden wir am Strand nach einem Sturm das Seegras - die Haare Neptuns.

    Christine Schween 06.05.08

  • DIE SCHWARZE FRAU IN DER STUBBENKAMMER

    Aquarell 45x30
    Ch. Schween

    Die schwarze Frau in der Stubbenkammer

    In der Stubbenkammer auf der Insel Rügen befindet sich eine große, tiefe Höhle, die Höhle der schwarzen Frau genannt. Es führt zu derselben ein steiler und schmaler Pfad, der tief in die Felsen hineingeht. In dieser Höhle sitzt eine schwarze Frau. Sie sitzt da schon seit vielen hundert Jahren, und ist jetzt auf ewige Zeiten dahin gebannt.
    Früher bewachte sie einen goldenen Becher, und damals hielt eine weiße Taube oben auf dem Felsen die Wacht. Das ist aber jetzt anders. Denn einstens vor mehr als hundert Jahren kam ein Schiff aus dem Meere; daraus stiegen viele fremde und hohe Männer, die fragten, wo die Höhle der schwarzen Frau sei. Und als man sie ihnen gezeigt hatte, so begaben sie sich dahin mit einem Missetäter, den sie mit sich führten. Dieser war in seiner Heimat zum Tode verurteilt, aber der König hatte ihn begnadigt, wenn er den Becher holen werde, den die schwarze Frau bewachte. Die Männer führten ihn bis auf den Felsenpfad, der zu der Höhle geht. Dort lösten sie seine Fesseln, und nun musste er allein zur Höhle gehen. Er fand sie offen. Die ganze Höhle war voll heißer, heller Flammen, so dass man es vor Hitze nicht darin aushalten konnte. Mitten in diesem Feuer saß unbeweglich die schwarze Frau; sie war ganz in schwarze Kleider gehüllt, und ein schwarzer Schleier hing vor ihrem Gesichte. Neben ihr lag von reinem Golde der Becher, den sie hütete. Der Missetäter schritt zagend, aber doch eilig, um aus diesem Meere von Glut zu entkommen, auf sie zu, und langte nach dem Becher.
    Da bewegte sich die schwarze Frau, und sagte mit klagender Stimme zu ihm: Wähle recht, fremder Mann; wenn du recht wählst, so bin ich auf ewig dein! Aber der Missetäter sah nichts als den Becher, den ergriff er, und lief eiligst damit fort aus der Höhle, denn er verstand die Worte der Frau nicht, und dachte nicht daran, dass er sie selbst hätte nehmen und erlösen sollen.
    Im Zurückkehren hörte er sie schwer und tief hinter sich seufzen, und sie klagte mit trauriger Stimme: Wehe mir, nun kann mich keiner mehr erlösen! In dem Augenblicke verschwand auch die weiße Taube oben vom Felsen, und an ihrer Stelle sah man einen schwarzen Raben, der dort jetzt die ewige Wacht hält. Die schwarze Frau jammerte aber in der Höhle so laut, dass alle Männer, als der Missetäter ihnen den Becher übergab, sie deutlich hörten. Sie entsetzten sich darüber, und trugen, als wenn sie dadurch die Frau befreien könnten, den Becher in die benachbarte Kirche zu Bobbin.

    Nacherzählt nach Prof. Haas

  • Rügen-Buchtipp: Klippenmord

    Schon wieder ein Mord auf Rügen. Diesmal findet ein Ranger des Nationalparks Jasmund eine Leiche. In dessen Nähe wird außerdem ein blutverschmierter Stein und eine Schleuder entdeckt. Der Tote ist Mitarbeiter eiens Anwalts in Stralsund.
    Das Team um Kommissarin Romy Beccare nimmt die Ermittlungen auf. Und sie - alles andere wäre als auch unspannend - sind alles andere als einfach. Denn bald ist klar, dass sie sich in die Niederungen der Naziszene begeben müssen. Was zum Beispiel ist vor elf Jahren in Prora passiert, als ein Mädchen spurlos verschwunden ist. Und was hat die damals stattgefundene Nazifeier damit zu tun?

    Katharina Peters schafft es in "Klippenmord" wieder recht gekonnt, markante Punkte der Insel Rügen in ihren Krimi einzuarbeiten. Sie macht das geschickt, denn die Orte sind sowohl bei den Einhemischen als auch bei den Rügen-Touristen bekannt. Die Zielgruppe ist also groß. So spielen einige Szenen auch abseits der Insel: in Stralsund oder in Stahlbrode, wo die Rügen-Fähre losfährt.
    Davon abgesehen schreibt locker und flüssig, ihre Story liest sich sehr gut, die Kommissare sind recht sympathisch, es gibt auch kurze Schmunzelmomente.
    Die Auflösung des Falls erscheint jedoch sehr plötzlich und fast willkürlich. das war schon ein wenig enttäuschend. Aber wirklich nur ein wenig.

    Katharina Peters: Klippenmord
    aufbau taschenbuch, 315 Seiten

Gruppen-Avatar
Besucherzähler
Seitenaufrufe insgesamt:
350850
Seitenaufrufe von heute:
61
Besucher insgesamt:
153534
Besucher heute:
42
Zugang

Dieser Gruppe beitreten!

Moderierte Gruppe

Deine Mitgliedschaft muss von einem Moderator genehmigt werden.

E-Mail-Abonnement

Hier kannst Du für neue Einträge dieses Blogs eine E-Mail erhalten.

Nach oben

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.